Mein Gebet für heute - Kraftquelle in Coronazeiten

01.04.2020 (Mittwoch)

Mein Gebet für heute – von Pfarrer Dr. Lars Charbonnier, Berlin-Friedrichshagen

 

Mein Gebet für heute - Kraftquelle in Coronazeiten. Foto: Jürgen Bosenius

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

April, April! Ob heute jemandem zum Scherzen zu Mute ist? Galgenhumor, klar, das geht immer, mögen manche denken. Auch die christliche Tradition kennt seit dem Mittelalter schon diesen Brauch des „in den April Schickens“ an diesem Tag als deftige Prise Humor, oft ja inmitten der Passionszeit. Das muss gar nicht auf Kosten einzelner sein – viel lieber zur Freude vieler. Und nicht nur am 1. April ist das ein guter Brauch. So gibt es den Aufruf zur Freude am Sonntag Lätare, zur Hälfte der Passionszeit, und es gibt das große Osterlachen am Morgen der Auferstehung. Gerade inmitten der dunklen Zeiten, der großen Einschränkungen, der Entbehrungen und der Kraftlosigkeit ruft der Glaube auf zur Freude, zum Lachen, weil am Ende das Leben siegt. 

Das Wunderbare ist, dass Lachen nicht nur von innen nach außen funktioniert: Wenn ich meinen Mund zum Lächeln, gar zum Lachen bewege, dann wirkt das nach innen, dann geht es mir besser – das ist mittlerweile wissenschaftlich erwiesen. Probieren Sie es doch mal aus, gerade in diesen Tagen!

 

Guter Gott, Kraftquelle unseres Lebens,
je länger unsere Einschränkungen dauern, desto schwerer sind sie zu ertragen. 
Während um uns das Leben mit Kraft und Farbe erwacht und erblüht,
fällt uns immer weniger ein, was wir noch angehen, schön machen, gestalten können in unseren vier Wänden.
Und je weniger das Außen bietet, desto mehr rückt das Innen in den Blick.
Hilf uns, dass wir uns selbst und die Menschen um uns herum mit einem liebevollen Blick betrachten können, 
dass wir Deine Gnade als unsere Hilfe verstehen,
dass wir immer wieder heilsamen Abstand zu allem schaffen, was uns das Leben gerade schwer macht,
dass wir lachen können, miteinander, für diese Welt!
Sei bei uns und besonders bei allen, die in diesen Tagen krank und einsam, traurig und hoffnungslos sind, hier, ganz nah, und überall auf dieser Erde.
Amen.

 

Bleiben Sie behütet, gelassen und gesund!

 

Pfarrer Dr. Lars Charbonnier, Studienleiter Führungsakademie für Kirche und Diakonie, Berlin