Brahms REQUIEM: Kantorei und Studiochor Karlshorst, Leitung: Cornelia Ewald – 9. Okt. 2022, 17 Uhr (Erlöserkirche) und 6. Nov. 2022, 17 Uhr (Kirche Karlshorst)

von Jürgen Bosenius

Brahms REQUIEM: Kantorei und Studiochor Karlshorst, Solisten, Leitung: Cornelia Ewald – 9. Oktober 2022, 17 Uhr (Erlöserkirche) und 6. November 2022, 17 Uhr (Kirche Karlshorst)

Brahms REQUIEM: Kantorei und Studiochor Karlshorst, Solisten, Leitung: Cornelia Ewald – 9. Oktober 2022, 17 Uhr (Erlöserkirche) und 6. November 2022, 17 Uhr (Kirche Karlshorst)

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Ein spannendes Projekt – Brahms REQUIEM und zwei Konzerte: Am Sonntag, 9. Oktober 2022, und am Sonntag, 6. November 2022, führen Studiochor und Kantorei Karlshorst zwei verschiedene Fassungen des Brahms REQUIEM auf.

Sonntag, 09. Oktober 2022 Erlöserkirche
17.00 Uhr          Johannes Brahms, Ein deutsches Requiem op. 45
Alessias Schumacher, Sopran; Jonathan de la Paz Zaens, Bariton;
Kantorei und Studiochor Karlshorst
Junges Philharmonisches Orchester Niedersachsen e.V.
Leitung: Cornelia Ewald
Vorverkauf und Abendkasse:
Preiskategorie I 22,00 €/erm. 18,00 €
Preiskategorie II 20,00 €/ erm. 16,00 €


Sonntag, 06. November 2022 Kirche Karlshorst
17. 00 Uhr         Johannes Brahms, Ein deutsches Requiem op. 45 / Für Solisten, Chor, 2 Klaviere und Pauken        
Eva Friedrich, Sopran; Wolfram Teßmer, Bariton;
Klavier: Andreas Wenske, KMD Matthias Elger
Kantorei und Studiochor Karlshorst
Leitung: Cornelia Ewald
Vorverkauf und Abendkasse:
Preiskategorie I 14,00 €/erm. 12,00 €
Preiskategorie II 12,00 €/ erm. 10,00 €
Berlinpass 3,00 €

Am 18. Februar 1869 wurde das „DEUTSCHE REQUIEM“ nach Worten der Heiligen Schrift, op. 45, von Johannes Brahms in seiner Endfassung im Leipziger Gewandhaus uraufgeführt.Brahms komponierte das Werk zwischen 1865 und 1868 für Sopran- und Bariton-Solo, Chor und Orchester. Bereits in Voraufführungen von Teilen begeisterte das Werk, im Bremer Dom hörten 2000 Menschen das zu diesem Zeitpunkt noch sechssätzige Opus. In der endgültigen Fassung besteht es aus sieben Sätzen. Mit dem Requiem erzielte der damals 36jährige Komponist den internationalen Durchbruch. Brahms selbst schrieb dazu, dass er das „Deutsche“ gern auch wegließe und durch „Menschen“ ersetzen würde. Zutiefst humanistisch sind die Gedanken des Leides und Trostes, ein persönliches Anliegen von Johannes Brahms. Der Tod Robert Schumanns 1856, aber auch der Tod von Brahms Mutter könnten Anlass und Auslöser dieses Werks gewesen sein. Brahms äußerte selbst, dass er seine Trauermusik als „Seligpreisung der Leidtragenden“ verstanden wissen wolle. Der Trost für die Zurückgebliebenen steht im Mittelpunkt von Text und Musik. Statt des traditionellen, in lateinische Worte gekleideten Requiemtexts verwendet Brahms Worte aus den Psalmen, aus dem Buch Jesaja und auch aus dem Neuen Testament der Bibel, die er meisterhaft zusammenfügt und zu einem Trost-Ensemble vereint. In seinen musikalischen Ausdrucksmitteln bedient er sich der zeitgemäßen romantischen Stilelemente, aber besonders auch vorbarocker und barocker Musiksprache und verknüpft diese unmerklich miteinander zu einem harmonischen Ganzen, das den Hörer unmittelbar anspricht.

ClaraSchumann, mit der Brahms eine enge Freundschaft unterhielt, schrieb in einem Brief an den Komponisten, nachdem sie die Noten des 6. und 7. Satzes von ihm erhalten hatte: „Zu erzählen gibt es hier wenig, aber sagen muss ich Dir noch, dass ich ganz und gar erfüllt bin von Deinem Requiem, es ist ein ganz gewaltiges Stück, ergreift den ganzen Menschen in einer Weise wie wenig anderes. Der tiefe Ernst, vereint mit allem Zauber der Poesie, wirkt wunderbar, erschütternd und besänftigend. Ich kann’s, wie Du ja weißt, nie so recht in Worte fassen, aber ich empfinde den ganzen reichen Schatz dieses Werkes bis ins Innerste, und die Begeisterung, die aus jedem Stücke spricht, rührt mich tief, daher ich mich auch nicht enthalten kann es auszusprechen. … Ach könnte ich es hören, was gäb ich wohl darum“. [1]

Der Wiener Musikkritiker EduardHanslick schrieb über das Requiem, dass es seit Bachs H-Moll Messe und Beethovens Missasolemnis  nichts Vergleichbares gebe, was neben dem Brahms‘schen Requiem bestehen könne.

In einer Zeit, wo uns der Tod vieler Menschen, sei es durch Krankheit oder Krieg, sehr bewegt und wo unser Mitgefühl gefragt ist, erreicht uns die immer aktuelle Botschaft des Requiems neu und vertieft. Die trostspendenden Worte und die berührende Musik haben die Mitwirkenden in den beiden Chören – Kantorei und Studiochor Karlshorst – bereits zwei Jahre lang begleitet. Ursprünglich war die Aufführung schon 2020 geplant. Nun soll das Werk in diesem Jahr in zwei Konzerten in verschiedenen Fassungen erklingen: zunächst am 9. Oktober 2022 mit Chor und großem Orchester in der Erlöserkirche in Rummelsburg und dann noch einmal am 6. November 2022 mit 2 Klavieren und Pauke in der Kirche „Zur frohen Botschaft“ in Karlshorst. Mit Alessia Schumacher und Jonathan de la Paz Zaëns sind für das Chor-/Orchesterkonzert herausragende Solisten engagiert worden, und auch die erstmalige Zusammenarbeit mit dem Jungen Philharmonischen Orchester Niedersachsen e.V. verspricht engagiertes Musizieren unter Leitung der Kirchenmusikerin Cornelia Ewald. Das Chor-/Orchesterkonzert wird unterstützt vom Bezirkskulturfond Berlin-Lichtenberg.

Cornelia Ewald


[1] Frank Reinisch: Nachwort. In: Johannes Brahms: Ein deutsches Requiem. Klavierauszug (= Edition Breitkopf. 6071). Breitkopf & Härtel, Wiesbaden o. J., S. 96

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