Zu Gast in Berlin-Johannisthal: Tagungsbericht der Herbstsynode des Kirchenkreises Lichtenberg-Oberspree am 13. Oktober 2018

von Superintendent Hans-Georg Furian und Präses Michael-Erich Aust

Zu Gast in Berlin-Johannisthal - Herbstsynode des Kirchenkreises Lichtenberg-Oberspree am 13. Oktober 2018. Foto: Jürgen Bosenius / kklios.de

Drei große Themen haben die Herbstsynode am 13. Oktober 2018 in Berlin-Johannisthal bestimmt: die Sprachfähigkeit im Umgang mit Populisten, die Diskussion um einen kreiskirchlichen Stellenplan und der Haushaltsplan für das Jahr 2019.

Nach der Vorstellung der Kirchengemeinde Berlin-Johannisthal durch Pfarrerin Julika Wilcke und die GKR-Vorsitzende Anja Herwig berichtete der Superintendent aus dem Kirchenkreis und der Landeskirche. Im Kirchenkreis mit einem Anteil von knapp zehn Prozent evangelischer Christen an der Bevölkerung geht es darum, dass wir als evangelische Kirche in der Öffentlichkeit sichtbarer werden – im FEZ ist das im vergangenen Jahr schon ganz gut gelungen. Daran anknüpfend gab es in diesem Jahr den „1. Lichtenberger Dialog“ zum Thema „Karl Marx“ mit viel Resonanz und prominenten Gästen, etwa Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow.

Auf der Ebene der Landeskirche geht es um den Reformprozess, der dazu beitragen möchte, dass es auch morgen noch evangelische Kirche gibt: Für einen Erprobungszeitraum können etwa auch jugendliche Gemeindeglieder zwischen 16 und 18 Jahren in den Gemeindekirchenrat gewählt werden. Anschließend erinnerte der Synodale Heinisch-Kirch an die Pläne des Kreiskirchenrates, das Haus des Kirchenkreises in der Schottstr. 6 für 2,6 Millionen Euro umzubauen, und er berichtete davon, zuvor die der Landeskirche gehörende Haushälfte für 2,5 Millionen Euro zu kaufen. Beides nahm die Synode zur Kenntnis. Danach berichtete der Synodale Heinrich von der Vermögenssituation des Kirchenkreises und seiner Gemeinden und der Anlagestrategie.

Sprachfähig werden im Umgang mit Populisten

Das Hauptreferat beschäftigte sich mit der Frage, wie wir im Umgang mit Populisten sprachfähig werden und bleiben. Wie hätte Jesus gehandelt? Pfarrerin Beatrix Spreng aus der Kirchengemeinde Joachimsthal (Kirchenkreis Barnim) sprach darüber, dass nur diejenigen, die im Gespräch miteinander bleiben, die Chance haben etwas zu bewegen und zu ändern. Denn jeder auf dem Pfad des Populismus ist fähig zur Umkehr. Pfarrerin Spreng berichtete dann aus der Praxis vor Ort und stelte das Kinder- und Jugendprojekt BAFF: Bands auf festen Füßen vor. Im Projekt wird Kindern und Jugendlichen Gemeinschaft und Orientierung in Bands und Tanzgruppen angeboten. So wird eine Alternative angeboten und niemand muss sich Populisten anschließen. Im Nachgang zum Vortrag diskutierten die Mitglieder der Synode das Thema. Durchaus strittig waren die Fragen: Wo handelt es sich um besorgte Menschen, deren Anliegen man nachgehen muss, und wo beginne es, dass man aus eigenen Besorgnissen anderen Sorgen macht? Dagegen müssen wir uns dann auch wenden. Es wurde auf die große Berliner Demonstration '#unteilbar' hingewiesen, die ebenfalls am 13. Oktober 2018 stattfand.

Keine Mehrheit für kreiskirchlichen Stellenplan

Im Anschluss daran beschäftigte sich die Synode mit internen Fragen, zunächst der, ob wir einen gemeinsamen Stellenplan als Kirchenkreis aufstellen wollen - oder ob das jede Gemeinde für sich machen soll. Die erforderliche Mehrheit für einen gemeinsamen Stellenplan ist nicht zustande gekommen. Der Kirchenkreis wird nun für seinen Bereich einen eigenen Plan für die Jahre 2020 bis 2022 aufstellen.

Herr Boger (als Prüfer) und Herr Heinrich (als Vorsitzender des Haushaltsausschusses) stellten den Jahresabschluss 2017 und die Jahresrechnung (mit Stellenplan) für 2019 vor. Die Synode entlastete den Superintendenten und beschloss - mit leichten Veränderungen - den Haushaltsplan für das nächste Jahr.

Der Jahresüberschuss aus dem Jahr 2017 geht in ein Projekt, dass der Kreiskirchenrat - nach der erfolgten Zustimmung der Synode - nun auf den Weg bringen kann: dass der Kirchenkreis selbst Kindertagesstätten betreiben kann. In diesem Zusammenhang steht das Vorhaben, eine Kindertagesstätte zu errichten. Da dort auch Räume für die Ortsgemeinde sein sollen, wird ein Eigenanteil fällig.

Schließlich stimmte die Synode dem Vorhaben zu, nach einem geeigneteren Namen für unseren Kirchenkreis zu suchen. Herr Bosenius, Mitarbeiter in der Öffentlichkeitsarbeit, stellte den Weg dahin vor. Ein Name soll nach innen Identität stiften - das tut unser Name wohl - und nach außen Erkennbarkeit symbolisieren. Das ist bei unserem Namen nicht so ganz der Fall, denn wer - außer uns selbst – weiß etwa genau, wo „Oberspree“ liegt?

Frühjahrssynode am 23. Februar 2019

Die nächste Synode findet am 23. Februar 2019 statt - und sicher werden uns einige Themen erneut begegnen.

Hans-Georg Furian (Superintendent) und Michael- Erich Aust (Präses)

Impressionen

Vorstellung der Gemeinde Berlin-Johannisthal durch Pfarrerin Julika Wilcke (links) und die GKR-Vorsitzende Anja Herwig. Foto: Jürgen Bosenius / kklios.dePfarrerin Beatrix Spreng aus der Kirchengemeinde Joachimsthal (Kirchenkreis Barnim) präsentierte ihr Projekt BAFF: Bands auf festen Füßen. Foto: Jürgen Bosenius / kklios.de Dankeschön: Pfarrerin Beatrix Spreng aus der Kirchengemeinde Joachimsthal (Kirchenkreis Barnim) präsentierte ihr Projekt BAFF: Bands auf festen Füßen. Foto: Jürgen Bosenius / kklios.de

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