Arbeitsstelle für Evangelischen Religionsunterricht in Lichtenberg – Auf Wiedersehen Anna-Katharina Seeber

von Ev. Kirchenkreis Lichtenberg-Oberspree

(V.l.n.r.:) Oberkonsistorialrat Dr. Friedhelm Kraft, Pfarrerin Beatrix Forck, Anna-Katharina Seeber, Superintendent Hans-Georg Furian, Kreiskatechet Jens Blanck. Foto: Jürgen Bosenius / kklios.de

Die Beauftragte für Evangelischen Religionsunterricht in der ARU Lichtenberg, Frau Anna-Katharina Seeber, ist am 11. Dezember 2018 im Rahmen einer Andacht im Großen Saal des Hauses des Kirchenkreises von Oberkonsistorialrat Dr. Friedhelm Kraft und Superintendent Hans-Georg Furian verabschiedet worden.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Haus des Kirchenkreises danken Anna-Katharina Seeber auch an dieser Stelle und auf diesem Wege für die wunderbare Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren und wünschen ihr von Herzen alles Liebe und Gute!

Die Ansprache von Superintendent Hans-Georg Furian können Sie hier nachlesen:

Liebe Schwestern und Brüder, liebe Frau Seeber,

zu diesem besonderen Adventskonvent begrüße ich Sie herzlich. Er ist ein besonderer, weil wir, Herr Oberkonsistorialrat Dr. Kraft und ich, Frau Seeber verabschieden werden. 

Liebe Frau Seeber, 

als Bibelwort haben Sie sich für die heutige Losung entschieden. Sie findet sich im 49. Kapitel des Propheten Jesaja, dort heißt es in Vers 13: „Jauchzet, ihr Himmel; freue dich, Erde! Lobet, ihr Berge, mit Jauchzen! Denn der HERR hat sein Volk getröstet und erbarmt sich seiner Elenden.“ Amen 

Dass der Schöpfer des Ganzen keinen Teil aus dem Blick verliert, ist die Botschaft. Der Kreis schließt sich. Was sich in unserer Welt nicht berührt, nicht umeinander weiß: die Mächtigen und die kleinen Leute, fällt hier nicht auseinander. Der Herr des Alls weiß um den Elenden. Kann es eine tröstlichere Botschaft geben?

Wir sind dankbar, dass dies unsere Mission ist; diese Botschaft zu Gehör zu bringen. Und dankbar dürfen auch Sie, liebe Frau Seeber, zurückblicken. 

In gewisser Weise haben wir das – diese Botschaft zu Gehör zu bringen –  schon vor langer Zeit gemacht, als wir beide in Seelow im Posaunenchor saßen. Am Ende der sechziger Jahre war das, vor 50 Jahren. Damals fragte ich mich als kleiner Junge: wie kann man so lange schwarze Haare haben. Mit unseren Liedern brachten wir Gottes Botschaft zu Gehör. Und: auch wir sind dieser Mission treu geblieben. 

Sie haben sich dann aus dem eher gemütlichen Klima derer, die einen kennen und verstehen herausgewagt in ein Klima, das man eher mit dem rauen Nordostwind vergleichen kann, wie er in Winternächten um die Giebel pfeift. Sie sind aus der Nische der Kirchengemeinden hinausgetreten in die Schule, noch dazu in die Berliner Schule, in der Religion eher für eine Problemanzeige als für eine Lebensorientierung gehalten wird. Im Atheismus des Ostens finden wir einen der wenigen Siege der DDR. Dass er auch im Westen und im neuen Deutschland hoffähig wird, damit wollten Sie, liebe Frau Seeber ihren Frieden nicht machen. Aber, es ist nicht mehr der Gegner von damals, der uns in manchem Bereich zum Partner geworden ist, z.B. in der Flüchtlingspolitik und der Kritik am Kapitalismus, es ist nicht nur der Gegner von damals, sondern der Desinteressierte von heute, der unser Problem ist. Detlef Pollack hat in einem Vortrag auf der EKD Synode vor einem Jahren berichtet, dass seinen Untersuchungen zu folge nur 8 % der Deutschen sehr oft die Frage nach dem Sinn ihres Lebens stellen; die Mehrheit denkt darüber selten nach. Wie wir dem, der kaum noch Fragen stellt mit unseren Antworten kommen können, auf diese Frage hätte auch ich gerne eine Antwort. Sie aber haben sich nicht verdrängen lassen wollen, nicht aus den Schulen im Osten. Denn – und da stehen Sie nicht allein – denn für Sie war es ein Wunder, dass das Evangelium in die Schule durfte. Sie wollten diese großartige Chance nicht ungenutzt verstreichen lassen. Im Evangelium tritt uns eine Botschaft entgegen, ohne die sich auch die kulturelle Signatur der Landschaft nicht erschließt. Dafür haben Sie viel getan; wir danken Ihnen. Und andere danken Ihnen: die vielen Schülerinnen und Schüler, die durch Ihre Klassen, durch die Domnacht und anderes gingen. „Jauchzet, ihr Himmel; freue dich, Erde! Lobet, ihr Berge, mit Jauchzen!“ Ja, in diesen Dank dürfen wir – dürfen Sie, liebe Frau Seeber – nun einstimmen, wenn Sie zurückblicken. 

Mit Ihrem Eintritt in den Ruhestand geht dieser Lebensabschnitt nun zu Ende. Ich wünsche Ihnen, dass auch jetzt und in allem, was kommt, das für Sie selbst gilt, was Sie anderen weitergaben, dass: „… der HERR … sein Volk getröstet hat und sich erbarmt … seiner Elenden.“ Amen

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