Konfessionslos glücklich?

von Ev. Kirchenkreis Lichtenberg-Oberspree

Die ersten Ergebnisse der Studie „Werthaltungen Konfessionsloser im Kirchenkreis Lichtenberg-Oberspree“ des Sozialwissenschaftlichen Instituts der EKD liegen vor.

Um Ihnen Lust zu machen, das Ganze zu Lesen, hier eine orientierende Einführung:

Religionslos glücklich – oder: zarte Pflanzen wachsender Offenheit?
Zu einer vom Kirchenkreis Lichtenberg-Oberspree in Auftrag gegebenen Studie über Welt – und Selbstverständnis Konfessionsloser im Berliner Osten

Bei der Jahrestagung des ‚Sozialwissenschaftlichen Institutes‘ der EKD, bei der es um unsere Studie ging, berichtete einer der Referenten von einem Anruf eines Lokalredakteurs im Gemeindebüro: Er wolle um eine Korrektur im Schaukasten bitten. Entweder müsse es heißen, Gottesdienst mit Frühstück oder die Uhrzeit könne nicht stimmen. Auf dem Plakat stand: Gottesdienst mit Abendmahl, 10 Uhr.
Damit wären wir beim Thema. Einerseits gibt es ernüchternde Ergebnisse, zusammengefasst: ‚religionslos glücklich‘. Dazu verweise ich auf die Untersuchung selbst, die Sie auf unserer Webseite finden: www.kklios.de/Aktuelles.

Andererseits gibt es auch ermutigende Nachrichten. Dazu gehören besonders drei:
1. Die Mehrheit der Konfessionslosen nimmt uns wahr, und zwar unsere Kirchengebäude (was finden die Menschen da, wenn sie sie offen finden?), die Kasualien, die Gottesdienste am Heiligen Abend und Konzerte. In diesen Bereich gehört auch die Bereitschaft einiger Konfessionsloser, sich ehrenamtlich einzubringen, wenn es um soziale Projekte geht.
2. Unter den jüngeren Konfessionslosen werden religiöse Fragen wichtiger.
Sind das zarte Pflanzen wachsender Offenheit? Darauf sollten wir
3. mit Bildungsangeboten reagieren, damit wir Menschen zur Sprache verhelfen. So werden sie sich klarer über sich und das, was sie tragen kann. Das traut man uns schon jetzt besonders in den evangelischen Kindertagesstätten und an den evangelischen Schulen zu. Sollten die Kirchensteuern nicht auch entsprechend der Wahrnehmung dieser Zukunftsaufgabe verteilt werden, anstatt wie jetzt hauptsächlich nach Gemeindegliederzahl? So entstünden mehr Orte, an denen Wissen über unseren Glauben weitergegeben wird. Denn dieses Wissen fehlt augenscheinlich: In einer Gemäldeausstellung – so berichtete der Referent auf der genannten Tagung – fragen die Kinder einer Schulklasse ihre Lehrerin, warum auf dem Tisch, um den Jesus und seine Jünger sitzen, ein Lamm liegt. Antwort: Schweinefleisch war damals zu teuer.

Was tun wir bisher? Wir haben einen Mitarbeiter für die Öffentlichkeitsarbeit eingestellt um die Arbeit in unseren Gemeinden bekannter zu machen: Denn wovon man nichts weiß, dazu kann man sich auch nicht verhalten. Wir haben eine halbe Stelle für die Arbeit mit den Posaunenchören geschaffen: Sie sind eines unserer Markenzeichen, das auch im öffentlichen Raum zu hören ist. Und schließlich haben wir eine halbe Pfarrstelle geschaffen, um gemeinsam mit anderen Konsequenzen aus den Studienergebnissen zu erarbeiten und umzusetzen: Wer will, dass die Kirche bleibt, darf nicht wollen, dass sie bleibt, wie sie ist.

Aber: Bei all dem, was wir tun können um Fernstehende zu erreichen, ist uns bewusst, dass es der Heilige Geist ist, auf dessen Werk wir angewiesen sind.

Hans-Georg Furian

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